Ein persönliches Update von mir

Mein letzter Blogbeitrag hier ist im Dezember 2018 erschienen. Seitdem ist viel passiert. Nicht nur im Außen, sondern vor allem in mir.

In den vergangenen Jahren bin ich durch einen intensiven inneren Prozess gegangen. Und ein Teil dieses Prozesses bestand darin, bewusst aufzuhören, meine Krebserfahrung immer wieder öffentlich zu thematisieren. Zu diesem Zeitpunkt gab es viele Interviews, Zeitungsartikel und Anfragen. Ich habe viel darüber gesprochen. Und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich nicht wollte, dass dieser Abschnitt meines Lebens zu meiner Identität wird.

Eine Diagnose ist ein Ereignis. Sie ist ein Teil der Geschichte. Aber sie ist nicht die Persönlichkeit. Ich habe für mich gespürt, dass ich aufpassen möchte, mich nicht über eine Krankheit zu definieren oder unbewusst in einer Rolle zu bleiben, die mit Leid verbunden ist. Mir war wichtig, den Fokus auf Zukunft, Entwicklung und Gestaltung zu legen. Nicht aus Verdrängung, sondern aus Selbstführung.

Ich sehe bei vielen Menschen, wie schnell eine Erfahrung, besonders eine schmerzhafte, zum zentralen Identitätsmerkmal werden kann. Und ich wollte vermeiden, dass genau das mit meiner Geschichte geschieht. Deshalb war es für mich notwendig, innerlich Abstand zu gewinnen. Dinge zu sortieren. Energien zu lösen, die noch an der Vergangenheit hingen. Das bedeutete auch, dass ich hier eine Zeit lang nicht geschrieben habe.

Heute blicke ich anders auf diese Phase zurück. Mit mehr Ruhe. Mit mehr Differenzierung. Und mit einem neuen Verständnis für das, was damals geschehen ist. Die vergangenen Jahre haben mich verändert. Meine Gedanken haben sich weiterentwickelt. Meine Ansichten zum Teil verändert.

Vielleicht liest das hier jemand, der sich gerade mitten in einer Chemotherapie befindet oder der das Gefühl hat, dass sich das Leben gerade nur um eine Diagnose dreht. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Es geht weiter. Und manchmal wird es danach nicht nur anders, sondern bewusster und besser als zuvor.

Deshalb habe ich mich entschieden, hier wieder hin und wieder zu schreiben. Über aktuelle Gedanken. Über Entwicklungen. Über das, was ich in den letzten Jahren gelernt habe. Und darüber, wie man Erfahrungen integrieren kann, ohne sich von ihnen definieren zu lassen.

Weil du schön bist war die ganze Zeit da. Ist gewachsen, hat sich entwickelt, und Stefanie führt es heute als Geschäftsführerin mit großer Sorgfalt weiter. Ich selbst habe mich parallel innerlich und beruflich weiter entfaltet. Meine Arbeit mit Tarot und Kartenlegungen, Meditationen und Texte über innere Prozesse und Beziehungen sind in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil meines Lebens geworden. All das gehört heute zu mir.

Und doch bleibt der Ursprung derselbe. Frauen in schwierigen Lebensphasen Mut zu machen. Zu zeigen, dass Identität größer ist als eine Diagnose. Und dass Schönheit nicht verloren geht, wenn sich das Leben verändert.

Ich freue mich, diesen Raum hier wieder zu öffnen.

Your Julia

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