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Natürlich gibt es verschiedene Medikamente, verschiedene Zyklen die bei einer Chemotherapie eingesetzt werden, je nach Tumor. Ich hatte 4 x EC im Abstand von drei Wochen und anschließen Paclitaxel jede Woche. Aus Gesprächen mit anderen Frauen habe ich heraus gehört, dass sich einige Erfahrungen decken. Da die meisten sich unter einer Chemotherapie vorstellen, dass sie 6 Monate lang nichts anderes machen können außer im Bett zu liegen oder sich zu übergeben und dann natürlich mit großer Angst in diese Zeit gehen, möchte ich hier eigene Erfahrungen und Tipps teilen.

Die erste Chemotherapie

Tipp  1: Nehmt euch am Tag der Chemo nichts anderes vor. Das erzeugt zu viel Stress und das ist man ja an dem Tag sowieso bereits. Außerdem zwingt ihr damit euren Körper weiter zu gehen als er womöglich kann, was wiederum einen inneren Konflikt auslöst.

Tipp  2: EMLA Pflaster. Gibt es in der Apotheke und werden 1,5 Stunden vor der Chemo auf den Port geklebt. Die oberste Hautschicht ist betäubt und das anpieksen tut nicht mehr weh. Insbesondere bei den ersten Chemos, wenn der Port frisch ist, ist die Haut noch sehr empfindlich und das Anstechen ist recht unangenehm. Mit den EMLA Pflastern ist das kein Problem mehr.

Tipp 3: Versucht euch während der Chemo zu entspannen und abzulenken. Stellt euch die Medikamente als Helfer vor die den Tumor Stück für Stück auflösen.

Nach den ersten 4 Chemos (EC) hatte ich immer das Gefühl leicht betrunken zu sein. Eigentlich recht witzig und angenehm, wenn da nicht der Kater wäre. Und so fühlt sich eine Chemo bzw. die Nebenwirkungen auch an. Im Laufe des Abends ist mir übel geworden, wobei ich mich nicht ein mal in der Zeit übergeben musste. Eigentlich beschreibt das Wort „Kater“ den Zustand schon ganz gut in dem man dann ist. Versucht euch einfach zu entspannen und zu schlafen. Die Chemonächte waren immer recht unruhig und ich war oft verschwitzt am nächsten Morgen, immerhin will die ganze Chemie ja auch wieder raus…

Die Nächsten Tage

Bis kurz nach der Mittagszeit hatte  ich immer eine latente Übelkeit für die nächsten drei bis vier Tage. Ich habe mich dann langsam mit Milch und Zwieback an Nahrung gewagt. Alles was eben nicht zu viel Eigengeschmack hat.

Tipp gegen Übelkeit: frischer Pfefferminztee! Literweise!

Gegen Nachmittag wurde es dann immer besser und ich konnte wieder normal essen. Was ich zusätzlich recht schnell merkte, war das meine körperlichen Kräfte nachließen. Beim Spaziergang brauchte ich immer öfter zwischendurch eine Pause. Wobei man sich grundsätzlich in den drei Wochen auch wieder recht gut erholt und in Woche 2 und 3 war man wieder relativ fit.

Blutbild an Tag 10: Sollten eure Leukozyten im Keller sein, man euch am Nachmittag panisch anrufen und sagen „Sie müssen sofort wieder kommen!“ – entspannt euch. Das hört sich schlimmer an als es ist. Bei mir ist es jedes Mal nach der EC Chemo passiert, dass meine Leukozyten so gut wie weg waren. Eine Aufbau Spritze am Donnerstag, eine am Freitag und alles ist am kommenden Montag wieder im Lot.

Wenn ihr die Aufbauspritzen bekommt, wird dadurch veranlasst, dass sich wieder weiße Blutkörperchen bilden. Diese bilden sich in den Knochen. Es kann also sein, dass ihr euch ein paar Tage später etwas gerädert fühlt. So, wie bei einer Erkältung wenn einem die Knochen weh tun. Dagegen hilft Ibuprofen ganz wunderbar.

Der Haarausfall

Um und bei Tag 12 geht es mit dem Haarausfall los. Ihr wuschelt euch durch die Haare und, ohne das es ziept, habt ihr plötzlich ein Haarbüschel in der Hand. Das ist ein wenig gruselig um ehrlich zu sein und natürlich habe auch ich gedacht und gehofft davon verschont zu bleiben. Damit geht natürlich jeder anders um. Ich habe am selben Abend zum Rasierer gegriffen und alles abrasiert. Manche warten noch etwas länger. Grundsätzlich habt ihr noch ein paar Tage wenn nicht sogar 1-2 Wochen Zeit bis es dann dringend wird mit dem Haarersatz, da in der Regel nicht sofort alle Haare von heute auf morgen weg sind sondern langsam nach und nach ausfallen.

Die letzte, dritte Woche meiner ersten Chemo war dann wieder relativ entspannt.

2. Chemo

Sehr spannend und daher hier auch noch mal zu erwähnen ist, dass die zweite Chemo in der Regel entspannter wird. Ihr wisst so ungefähr worauf ihr euch vorbereiten könnt und wartet nicht nichtsahnend darauf das etwas passiert. Bestenfalls gehts direkt auf die Couch oder ins Bett mit einem Lieblingsfilm. Viele Frauen berichten davon, dass die zweite Chemo nicht mehr so „rein knallt“, da sich eventuell der Körper schon an die Chemie gewöhnt hat. Mir ging es ebenfalls so.

Tipp: Esst in den ersten Chemo Tage, insbesondere direkt am Abend nicht euer Lieblingsessen. Das verbindet man dann ganz oft mit der Chemo und das verdirbt einen dann oft den Appetit im Nachhinein, wenn man das Essen wieder vorgesetzt bekommt.

Nebenwirkungen des ECs

Von der Katerstimmung einmal abgesehen ist es besonders wichtig bei EC viel zu trinken, da der Körper einfach so extrem ausgetrocknet wird. Natürlich bekommt nicht jeder die gleichen Nebenwirkungen. Ich werde hier ausschließlich von meinen Erfahrungen erzählen und darüber berichten, was ich gerne gewusst hätte.

Die Analfissur. Ich liebe das Wortspiel, dass ich mir im wahrsten Sinne des Wortes den Arsch aufgerissen habe. Witzig war das in dem Moment nicht. Ich habe getrunken, gecremt und diverse Trockenfrüchte und Pflaumen gegessen und das waren mitunter die schlimmsten Schmerzen während der ganzen Chemo. Ich konnte nicht mehr sitzen und hatte eigentlich permanent Schmerzen und das über zwei Monate. Nach jeder Chemo wurde es schlimmer und ich habe mich nicht mehr getraut auf Klo zu gehen. Was ich gerne bereits nach zwei Wochen in betracht gezogen hätte, wäre die OP. Ein gleiner Ambulanter Eingriff den ich, wie gesagt, erst nach zwei Monaten hatte. Mein Tipp: erspart euch die Qual wenn ihr nach zwei Wochen merkt das es nicht besser wird und macht die OP! Ich war danach so erleichtert und tatsächlich schmerzfrei!

Paclitaxel

Das gab es einmal in der Woche und ich hatte erstmal keine Nebenwirkungen. Im Gegenteil. Ich war so fit dass ich direkt am zweiten Tag nach der Chemo unser Schlafzimmer strich. Es stellte sich heraus, dass diese Euphorie und Aktivität dem Kortison zugeschrieben war, welches ich am Tag der Chemo sowie an drei darauf folgenden Tagen nehmen musste. Erstmal schienen diese Nebenwirkungen relativ harmlos. Doch dann hat das Kortison bei mir voll eingeschlagen.

Nebenwirkungen Kortison

Das Mondgesicht. Leider kann man nichts dagegen machen außer mit Make-up wieder mehr Kontur in das Gesicht bringen. Aber lasst euch gesagt sein, dass geht wieder weg! Ich bin das beste Beispiel 😉

Essattacken. Ehrlich gesagt war es mir in dem Moment egal, dass ich jeden Tag Eis gegessen habe. Ich dachte, wenn eh gerade alles doof ist, ess ich wenigstens was ich will. Ein wenig kam ich mir vor wie eine Schwangere, obwohl ich noch nie schwanger war. Dadurch folgten 15 Kilo plus auf der Waage. Mittlerweile sind sie alle wieder runter. Wie ich das gemacht habe könnt ihr im Weil du schön bist Tagebuch nachlesen.

Kortison

Euphorie. Kortison hatte also auch gute Seiten 😉

Schlaflosigkeit. Und damit auch wieder schlechte. Nach zwei Wochen in denen ich erst morgens um 5 einschlief für 2 Stunden war ich so fertig, dass ich mir von meinem Arzt Tabletten habe geben lassen. Es waren nicht direkt Schlaftabletten, sondern Tabletten die beruhigen. Leider weiß ich den Namen nicht mehr. Nur, dass ich am Anfang ein Döschen mit 10 Stück a 10mg Wirkstoff hatte und danach nur noch 1mg pro Tablette. Damit konnte ich dann wieder durchschlafen und war etwas erholter.

Spätere Nebenwirkungen Paclitaxel

Taube Finger hatte ich nicht, allerdings das Gefühl unter dem linken Fuss auf einem Ei zu laufen. Der vordere Ballen war komplett taub. An den Tagen wo ich das Kortison genommen habe, war es kaum zu merken. An den restlichen dann umso mehr. Als ich mit der Chemo durch war, habe ich Folsäure, einen Vitamin B komplex und noch ein Präparat bekommen und in wenigen Tagen war die Taubheit weg.

Achtung Lungenentzündung!

Meine Chemo sollte bis zum 10.01. gehen. Bereits Anfang Dezember bemerkte ich, dass ich nicht mehr tief einatmen konnte. Es war, als ob ich zu viel Wasser geschluckt hätte, was mir aus meiner Kindheit noch bekannt ist. Mit jeder Woche wurde es schlimmer, doch mein Arzt sagte, dass sei normal. Der Kardiologe gab mir dann einen Hustensaft und Codeintropfen, welche nicht wirkten und wir ließen die letzte Chemo ausfallen. In der letzten Woche stand ich morgens auf und musste über 15 Minuten so stark husten, dass ich dachte ich ersticke. Ich konnte nicht mal mehr zwei Meter gehen ohne das ich aus der Puste war. Am Samstag morgen ging es dann direkt zur Notaufnahme ins UKE. Das Ergebnis: Lungenentzündung mit Verdacht auf Lungenembolie. Mein Puls war im Ruhezustand bei 120 und ich hatte leicht erhöhte Temperatur.  Nach einer Woche Krankenhaus und drei Mal täglich Antibiotika welches intravenös verabreicht wurde, ging es mir wieder besser. Ich habe bis zur Notaufnahme im UKE jedoch bereits 5 Wochen meinem behandelnden Arzt von meinem schlechter werdenden Zustand berichtet….

Mein Tipp: Wenn ihr das Gefühl habt, dass irgendwas nicht stimmt, checkt lieber noch mal bei einem weiteren Arzt euren Zustand! Insbesondere bei Atemproblemen! Lasst keine 5 Wochen vergehen, wie ich es getan habe! Eine „Chemo Kollegin“ hatte ebenfalls wenige Wochen vor mir eine Lungenentzündung und wurde ins UKE eingeliefert. Ihrem Mann wurde gesagt, wären sie einen Tag später gekommen, wäre er ohne Sie nach Hause gegangen. Also seid aufmerksam und wartet nicht zu lange, wenn ihr das Gefühl habt, dass etwas nicht stimmt!

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